Es saugt und bläßt der Heinzelmann

Ein schon fast zeitloser Klassiker ist Loriots „Weihnachten bei Hoppenstedts“ (http://www.youtube.com/watch?v=jHUDqgeq10w). Ganz getreu dem Motto des Staubsauger-Verkäufers „es saugt und bläßt der Heinzelmann wo Mutti sonst nur saugen kann “ habe ich mich zu Weihnachten auch an die Verschönerung meiner Wohnung gemacht. Herausgekommen ist dabei ein neckisches Spielzeug für den modernen Single oder auch Geek: Ein Staubsauger-Roboter – warum selber saugen, wenn das der Roboter übernehmen kann.

Mittlerweile sind die Geräte aus dem gröbsten raus, auch wenn es da sicherlich noch einige Verbesserungsstufen geben wird. Kurz nach Neujahr wurde das Schmuckstück dann geliefert: Ein Roomba iRobot (hoffentlich benimmt der sich nicht wie in dem Film „I, Robot“) Modell 780. Kein Schnäppchen aber seit wann ist denn gutes Spielzeug günstig oder gar billig?

Das Auspacken ist noch recht unspektakulär, neben dem Roboter an sich finden sich Ersatzbürsten, zwei Raumtrenner (auch Leuchttürme genannt), Reinigungsgeräte, Ersatzluftfilter, Ladestation und die Fernbedienung mit im Karton.

Erste positive Überraschung: Die Bedienung ist sehr simpel gehalten – selbst der Zusammenbau der Basis-Station ist selbsterklärend: Aufstellen, Netzteil anschließen und schon ist das Ding fertig. Kleiner Wermutstropfen: Das Netzteil fiept und zirpt – bei dem Preis hätte ich etwas besseres erwartet.

Weiter geht es mit dem Gerät an sich, auch hier ist wenig zu beachten: Transportsicherungen entfernen und schon legt das Gerät auch los, bzw. es würde gerne, liegt aber noch mit dem Rücken. Das Einstellen der Uhrzeit will leider nicht so recht auf Anhieb gelingen, das Touchfeld reagiert teilweise komisch, daher muss ich schon nach nur wenigen Minuten überlegen ob ich das Gerät als defekt reklamiere. Aber wie bei jeder Elektronik: Einmal Reset brutale hilft – Batterie ausbauen, warten und wieder einschrauben. Danach lässt sich das Gerät einwandfrei bedienen. Die Uhr ist recht fix eingestellt, und auch die Programmierung der regelmäßigen Reinigungen ist zügig erledigt.

Zeit für den ersten Testlauf, leider ohne Leuchttürme, denn diese sind batteriebetrieben und die Batterien (insgesamt 4 Stück LR16 / C) sind leider nicht im Lieferumfang enthalten – immerhin habe ich die 2xAA für die Fernbedienung im Haus. Wie ich erwartet habe, gibt es noch einige Ecken in meinem Haushalt, die robotertauglich gemacht werden müssen: Lose Kabel am Rechner sind ein no-Go, also entweder sauber aufräumen oder den Stuhl so vornedran stellen, dass der Sauger gar keine Chance hat dahin zu kommen. Ich entscheide mich fürs aufräumen, denn gerade am Arbeitsplatz sammeln sich doch reichlich Krümel und Co an. Ebenso uncool findet der Roboter die Bändel einer unachtsam abgehängten Jacke – prompt verschluckt er sich daran. Die Träger des Rucksacks haben ihn dagegen überhaupt nicht interessiert. Etwas unerwartet widmet sich das kleine Biest auch dem untersten Regalboden meines Bücherregals, der ist gerade leer.

Von der Navigation bin ich nicht wirklich angetan – hat er sich einmal in mein Schlafzimmer verirrt so kommt er da nicht mehr so recht raus, und wenn, dann nur um sich bald darauf wieder darin zu verirren, selbst wenn er eigentlich ans Dock soll. Ich bin mal gespannt was passiert wenn die Leuchttürme aufgestellt sind. Dann wird das hoffentlich besser.

Während ich im mein freitägliches Lauftraining absolviere, lasse ich den Sauger mal einfach werkeln – diesmal mit geschlossenen Türen ins Schlafzimmer und Bad, die Küche lasse ich Interessehalber mal auf. Schon kurz nach dem Start als ich gerade die Wohnung verlassen will: Staubfang-Behälter voll – na gut, machen wir ihn leer. Um so erstaunter bin ich, als ich nach knapp anderthalb Stunden Training zurück komme: Der Roboter ist ins Dock zurück gekehrt, aber der Behälter ist schon wieder voll – ich frage mich wo er den ganzen Staub und die Fusseln gefunden hat. Nach einer neuerlichen Reinigung mache ich mich auf den Weg zum Einkaufen – da es noch Stellen gibt die nicht sauber sind, bekommt das Gerät noch eine weitere Chance. Man ahnt es schon: Ich komme zurück und der Behälter ist schon wieder voll!

Die Ergebnisse sind ganz ordentlich, auch wenn es klar Ecken gibt, an die das Gerät prinzipbedingt nicht heran kommen kann – ich erwarte ja nicht, dass er meine sackschweren Rollcontainer vorzieht um dahinter zu saugen (aber man kann sie natürlich einfach mal rausziehen und dann saugen lassen. Noch stehen die Tests mit den Leuchttürmen aus, bestückt mit Batterien sind sie jetzt auf alle Fälle mal. Damit soll der Roboter erkennen können wo einzelne Räume beginnen und enden. Problematisch sind vor allem Rundungen, die Kante des runden Teppichs unter dem Tisch werde ich wohl auch weiter händisch reinigen müssen, aber ansonsten macht das Patent erst mal einen guten Eindruck – ich werde es weiter beobachten und berichten wie sich das Gerät in den nächsten Wochen und Monaten schlägt.